Wenn erfahrene Change-Manager:innen, die bereits einige harte und komplexe Transformationen umgesetzt haben, sich austauschen, gibt es einen gemeinsamen Nenner: „Du kannst viele technische, fachliche Probleme lösen, wenn die Beziehungsebene stimmt. Andersrum geht es nicht.“ So äußerte sich auch jüngst Mareike Mende-Ratnam, CHRO der Douglas Group, im Wirtschaftsclub Düsseldorf.
Jetzt der perfekte Zeitpunkt für Reflexion
Die Sommerpause bietet die Gelegenheit, mit etwas Abstand auf Ihre wichtigsten Projekte und Initiativen zu schauen. Reflektieren Sie doch einmal gezielt mit Blick auf die beteiligten Menschen:
Auf welchen Projekten läuft es richtig rund? Woran liegt das? Mit wem arbeiten Sie da zusammen?
Auf welchen Projekten hakt es schon länger? Ist die Komplexität wirklich höher? Ist der Priorisierungsdruck erheblich stärker als bei Ihren anderen Projekten?
Oder liegt es vielmehr daran, dass niemand Probleme und Interessenkonflikte offen anspricht? Dass Verantwortlichkeiten hin- und hergeschoben werden? Oder vielleicht sogar Rivalitäten und persönlicher Zwist auf dem Rücken des Projekts ausgetragen werden?
Drei Handlungsoptionen, wenn’s an den Menschen scheitert
Stellen Sie fest, dass bei genauem Hinsehen, die Zusammenarbeit die größte Hürde im Projekt darstellt, haben Sie verschiedene Möglichkeiten:
- Ändern Sie selbst etwas.
Hand aufs Herz: Was haben Sie auf dem Projekt für die nötige Beziehungsebene getan? Haben Sie Einwände Ihrer Mitarbeiter:innen und Kolleg:innen abgebügelt oder ernst genommen? Haben Sie gute Ideen aufgegriffen und im Projektverlauf noch einmal wertgeschätzt? - Identifizieren Sie das Problem im Team und holen Sie sich Hilfe.
Nicht so einfach? Ein Profi kann Sie dabei unterstützen, z. B. in einem Team-Offsite die in Zuckerwatte verpackte passive Aggressivität ans Tageslicht zu holen und gemeinsam abzubauen. - Stellen Sie das Projekt neu auf.
Holen Sie sich Menschen mit ins Boot, die kooperieren und sich engagieren wollen. Es mag sogar sinnvoll sein, laufende Projekte zu beerdigen und mit verändertem Projektfokus und neuer Konstellation zu starten. Damit sind sie nicht gescheitert, sondern übernehmen Verantwortung und gehen wieder in den Lead.
Vergeuden Sie keine Energie auf Probleme, die sich nicht fachlich lösen lassen. Nutzen Sie den Sommer als Re-Start und wagen Sie den Befreiungsschlag!
Saskia Lübbers, Director
H/Advisors Deekeling Arndt