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Sicherheit neu denken

Corporate Communications | Public Affairs & Policy Advisory11 Feb 2026

Olaf Arndt
Olaf Arndt

„Wir müssen bis 2029 kriegstüchtig sein!“ Das Ziel ist gesetzt – und erfährt große Zustimmung in der Bevölkerung: 64 Prozent der Befragten befürworten laut einer Umfrage aus dem Jahr 2025 die Aufstockung des Verteidigungshaushalts. Gleichzeitig zweifelt fast die Hälfte daran, dass die Bundesregierung die richtigen Schritte unternimmt, um die Verteidigungsfähigkeit tatsächlich zu verbessern.

Sicherheit braucht mehr als Budgets – Kommunikation entscheidet über den Erfolg

Studien zeigen: Gesellschaftliche Legitimität entsteht nicht durch Budgets allein. Politik und Industrie müssen nachvollziehbar erklären, wohin die Mittel genau fließen. Darüber hinaus geht es um mehr als militärische Ausstattung. Sicherheit und Resilienz sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie entstehen dort, wo Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft Verantwortung teilen – von kritischer Infrastruktur über Lieferketten bis zur digitalen und individuellen Widerstandsfähigkeit. Auch das muss Teil der öffentlichen Debatte und der Kommunikation sein.

Es ist daher notwendig, nicht nur weitsichtige sicherheitspolitische Entscheidungen zu treffen, sondern diese auch verständlich, offen und nachvollziehbar einzuordnen. Kommunikation muss Teil der Strategie sein – für die Politik ebenso wie für Wirtschaft und Industrie.

Sicherheit und Resilienz als Standortfaktoren

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bezeichnete die Rüstungsindustrie als „essenziellen Bestandteil“ einer resilienten Volkswirtschaft. Und in der Tat: Sicherheit und Resilienz sind Standortfaktoren. Investitionen in die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SVI) stärken nicht nur die Verteidigungsfähigkeit. Sie fördern Hochtechnologie, sichern Wertschöpfungsketten und erhöhen die Souveränität des Wirtschaftsstandorts.

Viele Unternehmen öffnen sich derzeit für Verteidigungs- und Sicherheitsthemen, um neue Wachstumschancen zu erschließen: Industrieunternehmen konvertieren bestehende Kapazitäten – etwa indem Automotive-Standorte auf Rüstungsproduktion umstellen, während Hersteller massiv in neue Fertigungsanlagen und Skalierung investieren, insbesondere bei Munition. Parallel werden Tech-Start-ups und Dual-Use-Anbieter stärker in Innovations- und Beschaffungsprogramme eingebunden, um Entwicklungszeiten zu verkürzen und technologische Souveränität auszubauen.

Stabilisierung der deutschen Wirtschaft

Mit Wachstum, technologischer Dynamik und neuen Arbeitsplätzen kann die Branche einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der deutschen Wirtschaft leisten. Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie beschäftigt die SVI im weiteren Sicherheitssektor etwa 387.000 Beschäftigte, bei einem Umsatz von rund 47 Mrd. € – mit steigender Tendenz. (Quelle: BMWE).

Wandel braucht Führung

Diese Neuausrichtung ist mehr als eine Marktentscheidung. Sie bedeutet einen tiefgreifenden Veränderungsprozess innerhalb der Unternehmen, der nur gelingen kann, wenn Mitarbeitende aktiv mitgenommen werden. Transformation darf nicht als kurzfristiges Unternehmensprogramm vermittelt werden, sondern muss als Entwicklung verstanden werden, mit der sich Mitarbeitende identifizieren können und die im Ein-klang mit den Unternehmenswerten steht. Führungskräfte spielen dabei eine Schlüsselrolle.

All das stellt hohe Anforderungen an die Management-Kommunikation nach innen. Der Erfolg der Transformation entscheidet sich nicht allein an Investitionen, Technologien oder Auftragsvolumina. Er entscheidet sich daran, ob Unternehmen es schaffen, Sinn und Richtung überzeugend zu vermitteln – nach innen wie nach außen.

Olaf Arndt, Senior Partner

H/Advisors Deekeling Arndt

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